Jürg Enderli

Laufbahnberatung und Coaching in Luzern und Zürich

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Auf der Flucht – das ist allzu oft die stärkste Motivation, wenn es ums Bewerben auf eine neue Stelle geht. Nur noch weg hier, egal wohin. Doch das kann ins Auge gehen, denn wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, macht auch einen Schritt in der beruflichen Laufbahn. Und der sollte gezielt, bewusst und geplant erfolgen. Denn wer das Nur-Weg-Von-Hier als Ziel hat, überlässt den ganzen Rest bald einmal dem Zufall.

Eigentlich ist es etwas Schönes, sich zu entscheiden. Denn sich entscheiden heisst, Freiheit wahrzunehmen. Genau hier entsteht ein Paradox: vor dem Entscheid habe ich die Freiheit der Auswahl, nach dem Entscheid nicht mehr – die Freiheit wird sozusagen kleiner. Denn oft gibt es nach dem Entscheid kein Zurück mehr. Das gilt für vieles im Leben, ganz besonders für die berufliche Laufbahn. Wir treffen oft Entscheide von grosser Tragweite. Also müssen "richtige" Entscheide her. Doch wie entsteht ein guter Entscheid? Dazu wurde viel geforscht und geschrieben, und es gibt mehrere Denkansätze und Strategien, die zu guten Entscheiden führen können. So sollte man meinen, dass wir heute das Wissen haben, um nur gute Entscheide zu fällen. Doch die Sache hat mehr als einen Haken.

Offenbar leben wir in einer Zeit grosser Umbrüche. Wohin führt die Reise? Was brauchen wir, um im Strukturwandel zu bestehen? Reichen Neugierde, Offenheit, Lernbereitschaft? Wir tun sicher gut daran, uns auf Veränderungen einzustellen und flexibel zu bleiben. Dabei helfen eine gute Portion Gelassenheit und Selbstkenntnis.

Berufswechsel sind heute eine Selbstverständlichkeit: wer sich lange Zeit beruflich nicht verändert, erntet schnell einmal mindestens Verwunderung. Heisst das, berufliche Veränderung ist ein Muss? Und wer sich nicht verändert, endet in der Sackgasse? Nein, aber wer lange in derselben Situation verbleiben möchte – oder muss - sollte einiges beachten.

Die Generationen „Gen Y“ und „Millenials“ haben offenbar kaum Vorteile aus der so früh in ihrem Leben erfolgten digitalen Sozialisation – im Gegenteil. Gemäss der Studie mit dem entlarvenden Titel „The myths of the digital native und multitasker“ haben die betreffenden jungen Leute sogar Nachteile, da sie hinsichtlich ihrer digitalen Fähigkeiten oft überschätzt werden – und sich nicht selten selbst überschätzen. Die Begegnung mit ungewohnten Anwendungen beispielsweise an neuen Arbeitsstellen führen zu Überforderungssituationen, da von Fähigkeiten ausgegangen wird, die nicht vorhanden sind. Das Ergebnis sind schlechte Einarbeitung, Frustration auf beiden Seiten und zuweilen Widerstände der Betroffenen gegenüber den Anwendungen. Dabei muss es sich nicht einmal um besonders ausgeklügelte oder seltene IT-Produkte handeln, sondern oft um Standards wie Excel, Word oder Ähnliches beispielsweise mit branchen- oder unternehmensspezifischen Eigenheiten.